
Liebe Freunde und Förderer von Raindrops for Nigeria e. V.,
dankbar haben wir das Jahr 2025 begonnen, denn das vergangene endete mit einem hell scheinenden Weihnachtslicht, das sich über die Ärmsten der Ärmsten in Amannachi und Umgebung ausbreitete. Zum dritten Mal nun durften unsere Mitarbeiter an den zurückliegenden Weihnachtstagen große Reissäcke, Pflanzenöl und weitere Lebensmittel an 500 bedürftige Familien austeilen. In aktuell schwierigen Zeiten großer Inflation kämpfen gerade viele Familien darum, irgendwie über die Runden zu kommen. Dank dieser Initiative, die wir einer großzügigen Spenderfamilie danken, starteten die Menschen in Amannachi mit einer wunderbaren Aussicht in das neue Jahr: genügend Essen auf den Tisch stellen zu können und kein Kind hungrig zur Schule schicken zu müssen.
Reisefieber
Holprige Straßen, rote Erde, aufwirbelnder Staub, schwüle Hitze, farbenfroh gekleidete Menschen, Kinder soweit das Auge reicht,- wir sind angekommen! Schnell ist Deutschland vergessen und wir tauchen mit allen Sinnen ein in das bunte Treiben Nigerias. Endlich ist es soweit!
Ende April machten wir uns mit einer kleinen Gruppe von Mitgliedern und Freunden des Vereins zusammen mit Pfarrer Remigius für zwei Wochen auf den Weg in sein Heimatland, gespannt und voller Erwartung, endlich all das sehen und erleben zu dürfen, was wir bisher nur von Bildern kannten. Was für ein großer Moment „unsere“ Hochschule kennenzulernen, die Tore waren weit geöffnet und wir wurden sogleich mit lautstarken Trommelklängen von einer Gruppe von Studenten umringt. Das Raindrops Institute of Management Technology empfing uns imposant und im Sonnenlicht strahlend und wir waren überwältigt und dankbar für das, was wir sehen durften: Ein weiter Campus, auf dem sich neben dem einladend wirkenden Haupthaus aus warm-rotem Ziegel verschiedene weitere Gebäude gruppieren: Drei verschieden große Lehrgebäude, das Laborgebäude und ein offener Pavillon, der vielseitig nutzbar ist, wie wir in den kommenden Tagen selber erfahren durften. Dazwischen fröhliche Grüppchen von Studenten oder solchen, die gerade konzentriert in Klausuren saßen, da wir mitten in die Prüfungsphase platzten. Nach und nach durften wir alle Menschen, die täglich am Raindrops Institute of Management & Technology ein und ausgehen kennenlernen: Studenten, Lehrkräfte und Mitarbeiter und es war schön sich auszutauschen und den Gemeinschaftsgeist und die Aufbruchsstimmung zu spüren.
Eine besondere Feier
Hunderte Festgäste strömten auf den Campus, Studenten mit ihren Familien, Lehrer und eine Vielzahl geladener Gäste, darunter auch mehrere Priester und der Weihbischof der Diözese. Der Tag der offiziellen Einweihung des Raindrops Institute sowie der Aufnahmefeier von dreißig neuen Studenten war, sorgfältig und mit großer Hingabe von unseren Mitarbeitern vorbereitet, ein großes und unvergessliches Highlight für uns alle. Schnell wurden wir mitgerissen vom Schwung der Lieder und der Intensität des Gottesdienstes, der im großen lichten Pavillon den Auftakt der Feierlichkeiten machte, nicht nur als die Studentenvertreter sich niederknieten um gesegnet zu werden. Wir selber überreichten eine Schutzmantelmadonna, gespendet von Familie Münch, deren Verbleib am Institut Schutz und Segen über diesen hoffnungsbringenden Ort ausbreiten möge. Danach verlagerte sich die Festgesellschaft in einem langen Zug auf den Festplatz, wo es viele anerkennende Ansprachen gab und ein buntes Programm folgte. Unsere Studenten beeindruckten dabei mit Gesängen und ausdrucksstarken Tänzen sowie einer imponierenden Darbietung ihrer Deutschkenntnisse. Für das leibliche Wohl war auch bestens gesorgt, aus riesigen Töpfen wurden Speisen ausgebeben und kühlende Getränke gereicht.
Ein Tag mit den Patenkindern
Natürlich war es uns ein großes Anliegen unsere Patenkinder zu sehen und so wurden diese kurzerhand für einen ganzen Tag ins Raindrops Institute geladen. Spiel, Spaß und ein voller Teller zum Sattwerden war das Motto des Tages und so füllte sich schon bald das Haus mit einer fröhlichen Schar von über fünfzig Kindern. Unsere mitgereisten Studentinnen Caroline und Marie-Louise waren im Nu umringt von erwartungsvollen Augen und schon ging es los mit lustigen Spielen, Tänzen oder Fußballmatches. Anfangs noch zaghaft und zurückhaltend war es berührend zu erleben, wie die Kinder kurzerhand ihre Schlappen auf die Seite schleuderten und sich voll ins Vergnügen stürzten. Als schließlich große Töpfe mit Reiseintopf auf den Tisch kamen und in Schalen verteilt wurden, dazu nahrhaftes Malzbier und Wasser, war zu spüren, dass dies geradezu ein magischer Moment war. Eher bedächtig und ehrfürchtig wurde gegessen und manch ein Kind bewahrte einen Teil des Essens auf, um ihn später mit nach Hause zu nehmen. Auch die hinzugekommenen Mütter und Geschwisterkinder wurden nicht ausgelassen, denn keiner sollte and diesem Tag hungrig nach Hause gehen.
Endlich angekommen!
Überwältigt von der großen Spendenbereitschaft konnten wir im März mit vielen fleißigen Helfern im Einsatz einen riesigen Container befüllen und per Schiff nach Nigeria schicken. Die Freude bei der Ankunft war groß. Verschiedene Maschinen zur Holzverarbeitung, hochsensible Geräte für die Labortechnik, Computer, Solarmodule, eine eigens gefertigte Steinpresse, sogar ein alter Radlader und vieles mehr fanden ihren Weg ans Raindrops Institute. Jedes Teil hat sogleich seinen Platz gefunden und trägt dazu bei, die Ausstattung der Schule Stück für Stück voranzubringen.
Unterstützung von allen Seiten
Im Laufe des Jahres haben wieder vielfältigste Aktionen dazu beigetragen, dass wir so viele Menschen in Amannachi unterstützen konnten. Höhepunkte waren dabei sicherlich die bewegenden Benefizkonzerte der jungen Musikerin Lucia Gasser zu Gunsten von Raindrops. In Regensburg begleitet durch Texte von Lena Merkle und in Hirrlingen durch Veronika Wimpffen, hat sie durch ihr beeindruckendes Orgelspiel und ihre wunderschöne Stimme ihre Hörer in den Bann gezogen und sogleich Herzen geöffnet. „Benefiz“ (lateinisch bene facere) heißt übersetzt „Gutes tun“.
In diesem Sinne danken wir allen, die in diesem Jahr Gutes getan haben. Mitglieder, Paten, Wohltäter, Spender – jeder von Ihnen zählt dazu!
